Viola da gamba (Gambe)

Das Instrument

Die Viola da gamba (Gambe) entstand im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts aus einer Vielfalt von verschiedenen Streichinstrumenten. Die Gambe wird in verschiedenen Stimmlagen (Sopran, Alt, Tenor, Baß, Kontrabaß) gebaut, die alle zwischen den Beinen gehalten werden (da gamba). Im Gegensatz zu den modernen Streichinstrumenten mit vier Saiten und Quintstimmung, verfügt die Gambe über sechs Saiten und Quart-Terz-Stimmung, ähnlich wie bei der Gitarre.

Literatur und Einsatzmöglichkeiten

Die Ensembleliteratur reicht zurück bis in das 15. Jahrhundert. Ab 1600 entstehen bedeutende Solowerke. Ab 1750 verliert die Gambenfamilie zugunsten der modernen Streichinstrumente zunehmend an Bedeutung.
Die Viola da gamba verfügt über umfangreiche Solo- und Ensembleliteratur in großer Besetzungsvielfalt. Neben dem Solospiel findet sie Verwendung in dem Begleitapparat "Basso continuo", im Gambenensemble, wie auch in gemischt besetzten Kammermusikgruppen bis hin zum Renaissance- und Barockorchester.

Spielweise und Haltung

Die Stimmung der Gambe in Verbindung mit der "da gamba"-Haltung, ähnlich der Cello-Haltung, und der Bogenführung im Unterhandgriff läßt eine Handhabung zu, die der menschlichen Anatomie sehr entgegenkommt. Ihre Bünde geben dem Anfänger eine Orientierungshilfe.
Die Bewegung des rechten Armes spielt bei einem Streichinstrument eine besondere Rolle. Die Bewegungsenergie wird unmittelbar in Töne und letzlich Musik umgesetzt. Bewegungsdifferenzierung führt zu Tondifferenzierung.

Der Anfangsunterricht

Durch den anfänglichen Gruppenuntericht erlernen die Schüler frühzeitig, aufeinander zu reagieren. Die Reaktion auf den Mitspieler in Bezug auf Rhythmus und Gestaltung macht das Zusammenspiel interessant und lebendig, besonders unter den gestalterischen Gesichtspunkten Artikulation, Phrasierung und Klangrede. Die Technik des Gestaltens steht schon im Anfangsunterricht im Mittelpunkt, in Abhängigkeit von erlernter Instrumentaltechnik und Alter des Schülers.
Ziel des Unterrichtes ist, den Schüler zu befähigen, nach und nach in die von der Musikschule angebotenen Ensembles hineinzuwachsen. Zu nennen sind hier: Gambenensemble, Ensemble für Alte Musik, Barocke Kammermusik und Orchester (z.B. mit der Kontrabaßgambe).

Günstige Eingangsvoraussetzungen

Ab etwa 8 Jahren kann mit dem Unterricht auf dem Instrument begonnen werden. Die Möglichkeit der Koordination von verschiedenen Bewegungen beider Arme und Hände sowie eine gute Bewegungsfähigkeit der linken Hand erleichtert das Erlernen der Gambe.

Anschaffung einer Gambe

Die Anschaffung des Instrumentes verursacht folgende Kosten: Neupreis, abhängig von der Qualität, ab ca. 2.800 €.

Mietinstrumente

Die Musikschule stellt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Mietinstrumente zur Verfügung, auch Instrumente für das Ensemblespiel wie Sopran-, Alt- und Kontrabaßgambe.

Lehrkräfte